Haarausfall verstehen:
Was die wenigsten wissen
Die häufigsten, oft übersehenen Ursachen von innen, und was Birke von Odem & Bloom über Kopfhautpflege weiß.
Im Gespräch mit Birke Langermann, Kreativgeist und Seele der Marke Odem & Bloom, die sich seit Jahren mit Haaren und Kopfhaut beschäftigt, wurde uns wieder klar: Bei Haarausfall denken die meisten zuerst an Shampoos oder Seren, während die eigentlichen, oft ganzheitlichen Ursachen selten zur Sprache kommen.
Deshalb greifen wir das Thema hier von zwei Seiten auf: von innen (was im Körper passiert) und von außen (wie du deine Kopfhaut im Alltag richtig behandelst).
Hintergrund
Warum ausgerechnet die Haare so empfindlich reagieren
Haarwachstum ist für den Körper biologisch gesehen „verzichtbar“: Wenn Ressourcen knapp werden, priorisiert der Organismus lebenswichtige Funktionen, die Haarwurzel gehört zu den ersten Stellen, an denen gespart wird. Da ein Haarfollikel einen Zyklus aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase durchläuft, zeigt sich Haarausfall oft erst Wochen bis Monate nach dem eigentlichen Auslöser, das macht es schwer, Ursache und Wirkung überhaupt miteinander zu verbinden.
Kapitel 1
Von innen: die häufigsten, aber oft übersehenen Ursachen
Eisen- und Ferritinmangel
Viele mit dünner werdendem Haar haben einen normalen Hämoglobinwert, aber ein niedriges Ferritin, den Eisenspeicher des Körpers, der bei Routine-Checks nicht immer mitbestimmt wird. Besonders betroffen: Frauen mit starker Regelblutung, Sportlerinnen und Menschen mit pflanzenbasierter Ernährung.
Die Schilddrüse
Unter- wie Überfunktion kann sich zuerst an den Haaren zeigen. Wichtig ist, auch an TSH, fT3 und fT4 zu denken, nicht nur an den TSH-Wert allein, der oft als einziger Marker bestimmt wird.
Stress und das Nervensystem
Anhaltender Stress kann Haarfollikel vorzeitig in die Ruhephase schicken (telogenes Effluvium), ein Effekt, der sich meist erst mit 2 bis 3 Monaten Verzögerung zeigt. Auch emotionaler Stress oder eine Erkrankung mit Fieber können das auslösen.
Nährstoffmängel jenseits von Eisen
Zink, Biotin, Vitamin D und B12 spielen alle eine Rolle im Haarzyklus, ebenso Eiweiß, da Haare größtenteils aus Keratin bestehen. Besonders relevant nach Diäten, bei Verdauungsproblemen oder einseitiger Ernährung.
Die Darmgesundheit
Ein gestörtes Mikrobiom kann die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen, selbst wenn die Ernährung an sich ausgewogen ist.
Hormonelle Umstellungen
Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre oder das Absetzen der Pille sind klassische Auslöser: Sinkt der Östrogenspiegel, verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare spürbar.
Genetische Veranlagung
Die androgenetische Alopezie betrifft Männer wie Frauen und folgt einem eigenen, hormonell gesteuerten Muster, das sich von den oben genannten Faktoren nicht vollständig trennen lässt.
Kapitel 2
Von außen: was Birke über Kopfhautpflege weiß
Shampoo gehört auf die Kopfhaut, nicht in die Längen
Der eigentliche Reinigungsbedarf liegt an Kopfhaut und Ansatz, wo Talg und Rückstände sitzen. Shampoo gezielt dort verteilen, sanft einmassieren und die Längen einfach vom ablaufenden Schaum mitreinigen lassen, so werden sie nicht unnötig entfettet.
Was macht ein Shampoo eigentlich mild?
Reinigende Tenside können den natürlichen Lipidfilm der Kopfhaut mit herauslösen und sie dadurch trocken oder gereizt zurücklassen. Als besonders sanft gelten etwa Coco-Glucoside, Decyl Glucoside und Sodium Cocoyl Glutamate. Auch die Basis spielt eine Rolle: Manche Shampoos setzen auf Pflanzenhydrolate statt reinem Wasser.
Sulfatfrei bedeutet nicht automatisch mild
Entscheidend ist die gesamte Tensidmischung. Ein Blick auf die INCI-Liste lohnt sich, zum Nachschlagen einzelner Inhaltsstoffe eignet sich zum Beispiel die CosIng-Datenbank der EU-Kommission:
Schuppen und Haarausfall: eine unterschätzte Verbindung
Reizende Tenside wie SLS können nachweislich Entzündungsbotenstoffe wie IL-6 und TNF-alpha erhöhen, auch unsichtbar in äußerlich unauffälliger Kopfhaut. Studien zeigen: Eine bessere Kopfhautbarriere führt zu messbar weniger Haarverlust, in einer Studie mit 150 Männern reduzierte sich der Haarverlust um 10 bis 17 Prozent, sobald sich Schuppen und Kopfhautzustand besserten.
Ein Kopfhaut-Erfrischungsritual für den Waschtag dazwischen
Statt jeden Tag zu waschen: Haare scheiteln, ein Hair Tonic auf Kopfhaut und Ansatz geben, sanft einmassieren und normal stylen. Auch das Verteilen von Talg mit einer Wildschweinborstenbürste, vom Ansatz in Richtung Längen, hilft der Kopfhaut zwischendurch.
Apfelessig als Hausmittel: ja, aber verdünnt
1 bis 2 Esslöffel Apfelessig auf etwa 500 ml lauwarmes Wasser, nach dem Waschen anwenden, kurz einwirken lassen und ausspülen. Nur verdünnt und höchstens einmal pro Woche, nicht bei sehr trockener oder gereizter Kopfhaut.
Fünf Gewohnheiten, die Kopfhaut und Haare unnötig stressen:
Kapitel 3
Was du selbst tun kannst
Laborwerte checken lassen: Ferritin, TSH/fT3/fT4, Vitamin D, B12, Zink, im Gesamtbild
Ernährung reflektieren: ausreichend Eiweiß, Eisen, bunte Vielfalt an Mikronährstoffen
Stresslevel ehrlich einschätzen: belastende Phase in den letzten 3 bis 6 Monaten?
Waschroutine überdenken: Shampoo gezielt auf die Kopfhaut, mild statt stark reinigend
Geduld mitbringen: Verbesserungen zeigen sich meist erst nach 3 bis 6 Monaten
Haarausfall ist selten monokausal, deshalb lohnt sich der Blick von innen (Blutwerte, Stress, Ernährung, Darmgesundheit, Hormone) genauso wie von außen (Pflege, Kopfhaut).
Empfehlung
Unsere Empfehlung für die äußere Pflege
Für die äußere Pflege der Kopfhaut arbeiten wir hier gerne mit Odem & Bloom (früher Mabila), die Produkte sind naturkosmetisch und energetisch ausgerichtet und setzen auf Pflanzenhydrolate statt reinem Wasser.
10 % mit karmananda (10 % Ermäßigung)
Bitte kläre bei anhaltendem oder plötzlichem Haarausfall in jedem Fall Rücksprache mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, die genannten Punkte sind Anhaltspunkte, keine Diagnose.
Von innen und von außen denken, das ist die Grundidee: Blutwerte, Stresslevel, Ernährung und Darmgesundheit genauso im Blick behalten wie die tägliche Kopfhautpflege.
Maria & Karl

